Psychologisches Institut der Persönlichkeitsentwicklung

Welche Gründe gibt es für die MPU?

1. Alkohol am Steuer

Alkohol oder Drogen am Steuer führen häufig zur MPU

Ab wie viel Promille droht die MPU? Die Grenze für Alkohol am Steuer liegt in Deutschland bei 0,5 Promille. Verkehrsteilnehmer, die mit bis zu 0,49 Promille Alkohol im Blut fahren und dabei niemanden gefährden oder einen Unfall verursachen, kommen normalerweise straffrei davon. Kfz-Führer, bei denen jedoch mehr als die erlaubten 0,5 Promille nachgewiesen werden, müssen mit mindestens 500 Euro Bußgeld, 2 Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen. Bei mehr als 1,1 Promille droht zudem der Führerscheinentzug – ab 1,6 Promille die MPU.

Die Führerscheinstellen können eine MPU jedoch auch schon bei niedrigeren Promillewerten verlangen. Besteht seitens der Behörde beispielsweise die Annahme, dass der durch die Trunkenheitsfahrt auffällig gewordene Verkehrsteilnehmer ein Alkoholproblem hat, kann es auch bei einer niedrigeren Blutalkoholkonzentration zur Anordnung der MPU kommen. Hier ist jedoch immer der Einzelfall entscheidend.

Gleiches gilt für wiederholte Alkoholfahrten. Mehrmals mit Alkohol am Steuer auffällige Verkehrsteilnehmer müssen daher ebenfalls mit der Anordnung zur Teilnahme an der medizinisch-psychologischen Untersuchung rechnen.

2. Drogen am Steuer

Die Teilnahme am Straßenverkehr unter dem Einfluss von Drogen führt in der Regel zum Entzug der Fahrerlaubnis. Den Führerschein erlangen Betroffene dann erst nach einer erfolgreich bestandenen MPU zurück. Dabei ist es häufig irrelevant, ob die Polizei Sie als Fahrer, Beifahrer oder sogar als Fußgänger mit Drogen erwischt hat. Die Fahrerlaubnisbehörde spricht jedem, der mit Drogen auffällig geworden ist, zunächst die Eignung zum Führen von Fahrzeugen zunächst ab. Grund dafür ist, dass die Führerscheinstellen davon ausgehen, dass Führerscheinbesitzer ihren Drogenkonsum und die Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr voneinander trennen können und daher zum Führen von Kfz ungeeignet sind.

Eine kleine Ausnahme gibt es bei Cannabis. Einmaliger Konsum dürfte hier nämlich noch nicht zum Führerscheinentzug und zur MPU führen. Diese

Maßnahmen sollten eigentlich erst eintreten, wenn der Cannabiskonsum gewohnheitsmäßig ist. Dass die Führerscheinstelle die Aufforderung zur Teilnahme an der medizinisch-psychologischen Untersuchung trotzdem verschickt, ist leider dennoch möglich.

Hinweis: Auch, wenn Sie nicht gefahren sind, müssen Sie beweisen, dass Sie Cannabis nicht regelmäßig konsumieren. Ansonsten ist auch hier eine MPU unvermeidbar.

3. Zu viele Punkte in Flensburg

Seit Mai 2014 dürfen Verkehrsteilnehmer maximal 7 Punkte auf ihrem Punktekonto in Flensburg haben. Bei 8 Punkten müssen sie ihren Führerschein abgeben. Häufig ist die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis dann nur mit einem positiven MPU-Gutachten möglich.

4. Krankheiten oder körperliche Beeinträchtigungen

Wie bereits erwähnt, können neben Fahrten unter Einfluss von berauschenden Mitteln oder einem vollem Punktekonto auch andere Gründe zu einer MPU führen. Wenn Verkehrsteilnehmer körperliche Beeinträchtigungen haben, müssen auch sie, um am Straßenverkehr teilnehmen zu können, vorher ihre Fahrtauglichkeit unter Beweis stellen. Das erfolgt ebenfalls durch die medizinisch-psychologische Untersuchung.

Körperliche Beeinträchtigungen können z.B. sein:

  • fehlende Gliedmaßen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • starke Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit
  • fehlendes oder stark eingeschränktes Sehvermögen
  • Diabetes
  • Herz- und Gefäßkrankheiten (z.B. Herzrhythmusstörungen, niedriger oder hoher Blutdruck mit Bewusstseinsstörungen)
  • Epilepsie
  • Querschnittslähmung

5. Fehlende geistige Eignung

Ein hohes Aggresionspotenzial kann ebenfalls zur MPU führen

Nicht nur körperliche Beeinträchtigungen führen u.U. dazu, dass Personen als ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen eingestuft werden, auch geistige Mängel können Grund dafür sein.

Ein hohes Aggresionspotenzial kann ebenfalls zur MPU führen

Die geistige Eignung zum Führen von Fahrzeugen ist u.a. abhängig von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Aggressionspotenzial
  • Reaktionsfähigkeit
  • emotionale Stabilität
  • Selbstkontrolle

Quelle: https://www.bussgeldkatalog.org/mpu/